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SPD-Landtagsabgeordnete Ina Spanier-Oppermann
Oberbürgermeister Frank Meyer


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Meldung:

Krefeld, 11. Juli 2019
Die SPD Krefeld trauert!

Früherer Oberbürgermeister Willi Wahl stirbt mit 91 Jahren

Unser Alt-OB Willi Wahl mit seiner Seidenweber-Krawatte
Willi Wahl
Im Alter von 91 Jahren ist der frühere Krefelder Oberbürgermeister Willi Wahl am Dienstag, den 9. Juli 2019, verstorben. Der Sozialdemokrat füllte das höchste Amt der Stadt zwischen 1989 und 1994 aus, zuvor war er bereits fünf Jahre lang Bürgermeister und 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Die tiefe Verbundenheit zu seiner Heimatstadt und der unermüdliche Einsatz für die Belange der Krefelderinnen und Krefelder drückten sich über Jahrzehnte in seiner vielfältigen politischen Tätigkeit und seinem sozialen Engagement aus. Mit kurzer Unterbrechung wirkte er mehr als 20 Jahre lang im Stadtrat und in zahlreichen Fachausschüssen. Von 1979 bis 1984 war er außerdem Bezirksvorsteher in Fischeln.

Nach dem Tod von Willi Wahl hat Oberbürgermeister Frank Meyer am Rathaus Trauerbeflaggung angeordnet. Darüber hinaus möchte er mit einer Gedenkfeier an das Leben und Wirken des ehemaligen Stadtoberhauptes erinnern.

„Der Tod von Willi Wahl trifft mich auch persönlich. Als ich politisch aktiv wurde, war er Krefelds Oberbürgermeister und hat meine Vorstellung von Kommunalpolitik stark beeinflusst. Bei meiner täglichen Arbeit als Oberbürgermeister stoße ich bis heute auf seine Spuren: Diese Spuren lassen mich im Ansatz ermessen, was er für seine Heimatstadt Krefeld bewirkt hat und wie seine Impulse und Initiativen die Jahrzehnte überdauert haben. Willi Wahl war ein echter 'Krefelder Jung‘ vom allerbesten Schlag und in der Nachkriegszeit eine der prägenden Persönlichkeiten für unsere Stadt“, erklärte Oberbürgermeister Frank Meyer.

Geboren wurde Willi Wahl am 23. Oktober 1927 in Duisburg. Er entstammte dem klassischen Arbeitermilieu, sein früh verstorbener Vater war Hüttenarbeiter bei der August-Thyssen-Hütte im Stadtteil Ruhrort. Seine Kindheit, die er in Kempen und Fischeln verbrachte, fiel in die Jahre des Nationalsozialismus. Eine Gärtnerlehre musste er wegen des Krieges abbrechen – schon als Jugendlicher wurde er an die Front geschickt. Im Nachkriegsdeutschland beendete er seine Ausbildung, schulte dann aber zum Maurer um. Ab 1950 arbeitete er in den Deutschen Edelstahlwerken als Ofenmaurer. Dort kandidierte er für den Betriebsrat und wurde Vertrauensmann für die Beschäftigten. Dem gewerkschaftlichen Streben nach sozialer Gerechtigkeit und Mitbestimmung blieb er über Jahrzehnte treu: Zwischen 1959 und 1988 war Willi Wahl 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Krefeld und stritt schon in aller Frühe vor den Werkstoren für die 35-Stunden-Woche. In seiner Funktion war er mehr als 30 Jahre lang Gesicht und Stimme der Gewerkschaft in Krefeld und verschaffte sich dank seiner Zuverlässigkeit und seines fairen, respektvollen Umgangs quer durch alle Lager Achtung und Anerkennung.

Seine kommunalpolitische Karriere, die 1970 mit der Wahl in den Stadtrat begonnen hatte, erlebte ihren Höhepunkt, als er 1989 zum Oberbürgermeister gewählt wurde. In seine Amtszeit fallen unter anderem die Gründung des Umweltzentrums, des Kresch-Theaters und der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer. Auch am Aufbau der Gesamtschulen in Krefeld und an der Gründung der Herzchirurgie im heutigen Helios-Klinikum hatte er seinen Anteil. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gehörte Willi Wahl zu den ersten Kommunalpolitikern, die ihre Hand in Richtung Osten ausstreckten. Er schloss Partnerschaften zum Oder-Spree-Kreis in Brandenburg und nach Uljanowsk in Russland. Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Volkmar Kretkowski brachte die Haltung seines Parteifreunds einmal so auf den Punkt: „Der Willi übt sein Amt nicht aus – er lebt es.“ Und auch CDU-Politiker Dieter Pützhofen, der Willi Wahls Vorgänger als Oberbürgermeister war und 1994 wiederum sein Nachfolger wurde, lobte die Volksnähe seinen langjährigen politischen Konkurrenten: „Willi, du magst die Krefelder. Die Krefelder wissen das und mögen dich.“ Ein unvergessenes Beispiel für seine humorvolle, unprätentiöse Amtsführung lieferte Willi Wahl bei der Einweihung des Uerdinger Stadtbads: Statt eine Rede zu halten, stürzte er sich mit den Worten „Mir nach!“ nur in Badehose bekleidet ins Becken.

Privat war Willi Wahl ein echter Familienmensch. Mit seiner Frau Hilde, die er direkt nach dem Krieg in den Trümmern Krefelds kennengelernt hatte und 1947 heiratete, hatte er fünf Kinder. Sie wuchsen in einem Siedlerhaus in Stahldorf auf, das Willi Wahl mit viel Eigenleistung gebaut hatte. In späteren Jahren kamen jeweils rund ein Dutzend Enkel und Urenkel hinzu. Ihre letzten Jahre verbrachten Hilde und Willi Wahl im Lazarus-Heim in Hüls. Als Hilde Wahl Anfang 2016 starb, waren die beiden schon fast 70 Jahre miteinander verheiratet. Im Oktober 2017 konnte Willi Wahl noch mit Familie, Freunden und Wegbegleitern seinen 90. Geburtstag feiern. Oberbürgermeister Frank Meyer betonte damals in seiner Rede die Verdienste des Politikers und des Menschen Willi Wahl: „Auf dein Leben als Ehemann, als Vater, Opa und Uropa kannst du mindestens so stolz sein wie auf dein berufliches und politisches Wirken.“

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